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Nicht zu glauben, aber wahr: ich hatte auch mal eine flotte Freundin. Die hieß Lieselotte und hatte natürlich auch eine „Flotte Lotte“ in der Küche. Sie hatte so einen flotten Kurzhaarschnitt und sogar meine Mutter mochte sie. Sie sah flott aus, wenn sie vor dem Frühstück ums Haus joggte. Flott weg vorn war sie und hinten unkompliziert. Sie beendete selten ihre Sätze, weil sie keine Zeit verlieren wollte. Alle fanden sie sympathisch, auch meine ehemaligen Lehrer. Man bezeichnete sie durchgängig als gute Partie für mich. So sportlich und nett und unpolitisch.
Sie verdiente flott ihr erstes Geld und hatte bald auch den ersten selbst verdienten Flitzer vor der Tür stehen. Ihre Fitnesssalate mit ordentlich Schuss waren spitze. Sie konnte tragen, was sie wollte und hatte ein ausgesprochenes Hutgesicht. Auch zu mir war sie immer schlicht und ergreifend. Schnell mal aufs Zimmer mit Lieselotte und heidewitzka Frau Steuermann. Da ging die Post ab, da wackelte der Diätpudding. Im Wohnzimmer hatte sie ein Klettergerüst stehen. In „Jane Fonda Stulpen“ sah sie umwerfend aus. Sie nahm an jedem Tanzkurs teil. Sie gewann bei jeder Tombola den Sonderpreis als netteste Gästin.
Schnellen Schrittes mit dem Hund. Stöckchen werfen, rote Wangen. Für jeden Spießer ein Frühlingsfleck in seinem Herzen. Ich durfte alles, denn es gab nichts, was besonders schlimm sein konnte. Flott sein heißt pfiffig sein und ‚gewusst wie’ sein und nichts gegen Volksmusik haben. Mit langen Unterröcken auf Familienfeiern glänzen und so. Immer frisch wie der Morgentau riechen und immer gleich alt sein.
jetzt habe ich die Geschichte von Hinten nach Vorne gelesen....schade, dass die flotte Geschichte schon zu Ende ist, könnt ruhig noch weiter gehn..
Hmm, zum Glück heisst Deine Frau nicht Lieselotte, sonst hätt sie wohl nyscht son schönes Portrait machen können... ;o))