Burkhard Bartel


Premium (World), Stuttgart

Das Schwedenkreuz

Es gibt Sagen, die erzählen, wie in Dingen der Teufel steckt. Und es gibt Legenden, die berichten von heiligen Gegenständen, deren göttliche Kraft diese lebendig macht. So wie in der folgenden Geschichte vom Bodensee.

Als einst der Komtur Werner Schenk von Stauffenberg von einer gefahrvollen Fahrt über das Meer wohlbehalten zurück kehrte, stiftete er zum Dank drei Kreuze aus Erz, die am Steg zur Mainau hinüber aufgestellt wurden.

Als die Schweden während des Dreißigjährigen Krieges die Insel wieder freigaben und abzogen, rissen sie die Kreuze aus ihrer Verankerung, um sie zu stehlen. Auf einem von zwei Rössern gezogenen Karren ging es Stockach zu. Als es aber bei Litzelstetten den Berg hinauf ging, waren die Rösser nicht mehr von der Stelle zu bewegen.

Auch zehn weitere Pferde, die vorgespannt wurden, richteten nichts aus. Verärgert ließen die Schweden den Karren stehen und zogen ab. Anderntags fand ein Litzelstetter Bauer das Gefährt mit den ihm wohlbekannten Kreuzen darauf. Er spannte seine beiden Ackergäule davor und brachte den Karren ohne Mühe wieder zum Mainausteg zurück. Dort wurde das Kruzifix und die beiden Kreuze mit den Schächern zur Rechten und zur Linken wieder aufgestellt. Seitdem heißt die Gruppe „das Schwedenkreuz”.

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/unser-land/traditionen/sagen-und-legenden/das-schwedenkreuz-am-mainausteg/

Die Kreuzigungsgruppe wurde vermutlich 1577 in Konstanz in Bronze gegossen.

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